Leselust: Meine Bücher für den September

Ich konnte das Vireninferno endlich erfolgreich hinter mir lassen! Seit Donnerstag kämpften ich und meine kleine Familie tapfer gegen Halsweh, Rotz, Gliederschmerzen und der damit einhergehenden Erschöpfung. Natürlich blieb eine Unmenge liegen und ich weiß absolut nicht, ob ich all das je wieder aufholen kann. Ich erfreue mich jetzt aber einfach mal meiner wiedergewonnenen Gesundheit, der desinfizierten Wohnung (der Berg an Taschentüchern wurde heute feierlich entsorgt) und wende mich nun meiner absoluten Lieblingsbeschäftigung am Abend zu: dem Lesen. Der Herbst wird sicher noch lang und kalt, ich habe mir vorerst schon mal drei Bücher gekauft, die mir die Abende in meinem Ohrensessel besonders schön machen sollen. Mit einem habe ich bereits begonnen, in die anderen beiden habe ich bisher nur kurz reingelesen, deshalb kann ich an dieser Stelle noch keine großartigen Rezensionen schreiben. Vom kurzen Reinschauen aber kann ich sagen, dass ich mich WAHNSINNIG auf die Lektüre freue. Und vielleicht kann ich euch ja hiermit auch inspirieren, falls ihr noch auf der Suche nach dem perfekten Buch für den perfekten Herbstabend seid!

Als erstes muss ich unbedingt „All the light we cannot see“ von Anthony Doerr verschlingen.  Letzte Woche hatte ich einen ganzen Nachmittag für mich selbst und ich wurde übermütig. Hab‘ mir ganz wunderbare Eier-Sardellen-Tramezzini mit Kapernmayonnaise gemacht, begleitet wurde das Ganze von einer heißen Tasse Earl Grey und was Süßes durfte selbstverständlich auch nicht auf meinem Beistelltischchen fehlen: Orangen-Pistazien-Scones! Für mich momentan der ganz große, süße Favourite für verregnete Lesetage. Nachdem ich aufgrund meines monumentalen Schnupfens eine Lesepause machen musste, befinde ich mich – sehr begeistert! – erst auf Seite 29. Aber ich liebe diesen Roman jetzt schon.

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„All the light we cannot see“ – Anthony Doerr

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„Makarionissi“ – Vea Kaiser

„We are not ourselves“ – Matthew Thomas

Afternoon-Snacktime!

Es ist Sonntag. Am Land. Und das Wetter könnte man als unbehaglich beschreiben. Es ist kalt und unwirtlich draußen, manche behaupten heute vielleicht fröhlich gelaunt, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gäbe, aber danach ist mir heute nicht. So ganz habe ich es wohl doch noch nicht überwunden, dass ich mich in vielen Lagen anziehen muss, mir sicherheitshalber noch eine warme Fleecejacke über mein Outfit ziehe und darüber nachdenke, welche Mütze und welchen Schal ich mir stricken soll. Deshalb habe ich einfach aufgegeben: meine Yogahose angezogen, die Haare eingezopft (die dankbarste Herumlungerfrisur!) und dann ab in die Küche, wo ich mir ein Blech Muffins gebacken habe. Außerdem – ich visualisierte meinen Nachmittag auf der Couch mit einem Tablett voller guter Snacks – machte ich mir eine Nuss-Honigmischung sowie einen Karotten-Zitronen-Ingweraufstrich, der ganz hervorragend auf mein Bauernbrot passte. Und eine Guacamole durfte natürlich auch nicht fehlen.

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Sowohl der Honig als auch der Topfen eignen sich nicht nur für einen Nachmittagssnack, sondern auch bestens fürs Frühstück, und da es in der Früh immer schnell gehen muss, bin ich jetzt sehr froh, für morgen schon versorgt zu sein. Im Ohrensessel, in warme Wollsocken eingepackt und schön zugedeckt genoss ich mit einer großen Tasse Earl Grey die Köstlichkeiten und versank dann in einem Buch, bis ich eindöste. Der kalte und ereignislose Herbstsonntag in ländlichen Gefielden ist doch nicht so schlecht.

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Karotten-Zitronen-Ingweraufstrich
1/4 kg Topfen
1/8 kg Sauerrahm
1 Karotte gerieben
1 EL geriebene Zitronenschale (unbehandelt)
1 TL fein gehackter Ingwer
Salz, Pfeffer

My-Honig-Mischung
Mische deinen Lieblingscremehonig mit deinen Lieblingsnüssen und Sesam.

The great escape…

Ich finde, das Wochenende sollte dazu da sein, um es auf den Bergen zu verbringen. So viel Ballast fällt ab, so viel Weitblick und so viel Entrücktsein. Mit einem kleinen, sich ständig auf Entdeckungsreise befindlichen Kind kann ich natürlich nicht mehr weit ausschweifende Touren machen, diese Zeiten sind vorbei. Neue Zeiten sind angebrochen, in denen ich einfach nur froh bin, da oben zu sein, einen Kaffee im Liegestuhl einer gemütlichen Hütte zu trinken, während meine kleine Tochter beschäftigt ist. Mit Kühe schauen, Dammwild staunend beobachten, in der Sandkiste buddeln und mir die Hälfte meines Schnitzels wegessen. Mamaherz was willst du mehr! Deshalb: ich kann allen Eltern nur empfehlen, auf die Bergstation Streuböden zu schauen, denn dort sind die Kids sehr beschäftigt, während es den Eltern auch mal vergönnt ist, ein wenig zu chillen – damit wir das nicht ganz verlernen, hehe.

Die Gondelfahrt war nicht wirklich spannend für Maralein, sie wollte immer ausbüchsen und wir waren dann froh, endlich oben angekommen zu sein, wo wir gleich – Highlight! – ein paar Kühe erblickten. Nach einer langen Zeit des Kühebeobachtens spazierten wir dann zum Wildalpgatterl hoch, wo wir sehr gut aufgehoben waren. Dammwild wurde gefüttert, eine Sandkiste gleich an der Terrasse lud zum Graben ein, ein Kneipp-Bächlein plätscherte fröhlich vor sich hin und in der Wiese herumliegende Duplosteine glänzten hervor, unsere Tochter war begeistert! Wir auch! Der Aussichtsturm war auch sehr spannend, ich hab‘ mich trotz meiner Höhenangst ganz raufgetraut und konnte das spektakuläre Panorama genießen. Und auch das Essen war ganz großartig. Fazit: Ich fühlte mich wie ein neuer Mensch.

Es gibt da auch noch Timoks Alm, die wir aus Zeitgründen nicht mehr erkunden konnten (plötzlich war der Nachmittag vorbei!), aber das wird nachgeholt, sobald sie etwas größer ist. Der Timok-Coaster, der Niederseilgarten und der große Spielplatz sind echt superschön angelegt und sehen nach extrem viel Spaß aus. Übrigens: Die Wege sind alle kinderwagentauglich und man kann entlang einer Schotterstraße noch von einer Alm zur nächsten wandern. Aber seht selbst, ich zeige euch jetzt ein paar Fotos von unserem herrlichen Ausflug:

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It’s a thing of beauty: Pfirsich-Chutney & Zwetschkenchutney

Dieser Nachmittag. Ich hatte mich schon seit Tagen darauf gefreut. Mein Töchterlein wurde in die Obhut ihrer Großeltern gegeben, ich machte die Tür hinter mir zu und atmete tief durch: Sturmfrei! Was gibt es für eine erschöpfte Jungmami verrückteres, als ihre freie Zeit dem Einkochen von Chutneys zu widmen? Aber halt, halt. Das Einkochen macht mich unglaublich glücklich. Wirklich. Ich liebe es, die reifen Sommerfrüchte auf köstliche Art und Weise zu konservieren, um mich so über den langen, harten und kalten Tiroler Winter hinüber zu retten. Beim Einkochen rühre ich glückselig und denke dabei schon an Heilig Abend, wenn ich ein Schälchen anbetungswürdigsten Zwetschkenchutneys feierlich auf der Käseplatte platziere, ich denke an einen verschneiten Samstag, an dem mein Mann fröhlich erschöpft vom Boarden heimkommt, ich und Maralein mit roten Wangen vom Schneemann bauen eintreffen und wir dann gemütlich am Tisch sitzen, ein schönes Steak essen und uns einen großzügigen Löffel Pfirsich-Chutney auf den Teller klopfen.

Chutney

So baute ich alle Zutaten in der Küche vor mir auf, drehte die Musik laut auf und versank im Kleinschneiden und Abwiegen der Zutaten. Mischte sie leidenschaftlich zusammen und erfreute mich an der wunderbaren Komposition. Was gibt es schießlich Schöneres, als reife Pfirsiche, Kurkuma, Senfkörner, Zwiebeln, Weißweinessig und Pfirsichsaft in eine Pfanne zu geben und dick einzukochen? Und dann erst die Zwetschken! In einer sinnlichen Symbiose aus Balsamico, Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer, Rohrzucker und wundervollen Gewürzen konnte ich mich gar nicht sattsehen an dem brodelnden und farblich sehr großartigem Gemisch.

Pfirsiche

Zutaten

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Pfirsichchutney

Zwetschkenchutney

Ich hatte mich also wieder mal erfolgreich aus dem Alltag hinauskatapultiert, konnte all die Anstrengungen der letzten Tage ausblenden und rappte mir die Seele aus dem Leib 🙂 (Die zufällige Wiedergabe meiner Playlist hatte ganz viel Mos Def, Freundeskreis, Kanye West, Guru und Eins Zwo für mich vorgesehen). Die tiefroten und sonnengelben Gläser habe ich nun ehrfurchtsvoll in meinem Kämmerlein eingeordnet und ich freue mich auf genussvolle Stunden mit den konservierten Früchten. Mögen die entstandenen Glücksgefühle beim Zubereiten miteingekocht worden sein, sodass sie mir beim Öffnen gleich direkt entgegenspringen!

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Pfirsich-Chutney

Zutaten:
– 1 kg Pfirsiche
– 180 g Zwiebeln
– 250 g Gelierzucker 1:1
– 200 ml Pfirsichsaft
– 200 ml Weißweinessig
– 1/2 Zitrone
– 1 EL gelbe Senfkörner, 1/2 TL Kurkuma

Zubereitung:
Pfirsiche einschneiden und kurz überbrühen. Haut abziehen und klein würfeln. Mit den restlichen Zutaten aufkochen und etwa 5 Minuten stark kochen. In mit heißem Wasser ausgewaschene Gläser füllen, verschließen, auf den Kopf stellen und nach einigen Minuten wieder umdrehen.

Zwetschken-Chutney

Zutaten:
– 1,3 kg Zwetschken
– 1 daumengroßes Stück Ingwer
– 3 Knoblauchzehen
– 150 g Zwiebeln
– 180 g Rohrzucker
– 100 ml Balsamicoessig
– 3 Lorbeerblätter, 6 Nelken, 1 Zimtstange, 3 EL Majoran, 3 Wacholderbeeren

Zubereitung:
Alle Zutaten aufkochen und ca. eine halbe Stunde köcheln lassen. Dann abfüllen, sofort verschließen, auf den Kopf stellen und nach einigen Minuten wieder umdrehen.

Smaragdgrüne Auszeit

Manchmal muss man Chaos Chaos sein lassen, das sinkende Schiff called Wohnung verlassen und RAUS gehen. Handy abschalten, Sonnenbrille aufsetzen, die Zündung starten und loscruisen. Im Kofferraum einen Rucksack mit herrlich lockeren Zwetschken-Muffins, Karotten-Ingwer-Tramezzini, getrockneten Datteln, einer Kanne Kaffee und eine Flasche gespritzten Hollersaft. Außerdem: ein Buch und eine Kamera. Die Destination: Pillersee.

BaumamP

Wir waren so hungrig nach Natur, hohem Schilf, das sich im Wind wiegt, schnatternden Enten, plätschernden Bächen und dem Geruch von Wasser und Moos. Die Natur rund um den Pillersee hat uns auch diesesmal wieder ausreichend entschädigt. So ein Kraftort ist das. Ein smaragdgrüner Juwel gleich bei uns in der Nähe – im Pillerseetal. Seine Zuflüsse kommen aus den Loferer Steinbergen und den Kitzbüheler Alpen und nur hartnäckige Schwimmer können sein erfrischendes Nass genießen – selbst im Sommer kommt die Wassertemperatur nicht über 20°C. Ich muss da leider passen und kneipe lieber zaghaft wie ein Storch durch die Fluten, bis ich Frostbeule mich wieder erfrischt an Land rette. Am liebsten nehme ich mir meine Picknickdecke mit, breite meine Köstlichkeiten darauf aus und genieße das schöne Naturschauspiel vor meinen Augen.

Ausflug am Pillersee

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Die süße Jause: Zwetschken-Zimt-Muffins! Ich musste drei hintereinander essen, so köstlich waren sie. Gelobt sei Martha Stewart :-)

Die süße Jause: Zwetschken-Zimt-Muffins! Ich musste drei hintereinander essen, so köstlich waren sie. Gelobt sei Martha Stewart!

Frisch aufgetankt kamen wir dann mit zwei fangfrischen Forellen heim, füllten diese mit Thymianzweigen und Zitrone, machten uns geröstete Kartoffel, eine Crème-Fraîche-Walnusscreme sowie einen grünen Salat dazu und schlugen uns den Bauch genüsslich voll. Foto gibt es davon leider keines, wir waren einfach zu hungrig, sodass ich total vergaß, die kulinarische Herrlichkeit zu dokumentieren. Wird beim nächsten Mal aber nachgeholt. Versprochen. Ich entdecke momentan sowieso die vielen Zubereitungsvariationen der Forelle – ich bin nämlich so begeistert, gleich in der Nähe mit fangfrischen, regionalen Fischen versorgt zu werden und nutze dieses Angebot hemmungslos aus.

Die letzten Wochen waren ungemein arbeitsintensiv und ich freue mich, dass in einer Woche Entspannung in Sicht ist! Ich habe viele kleine, persönliche Projekte im Herbst geplant und will mir viel Gutes tun. Nächste Woche freue ich mich auf das große Chutneykochen und Gemüseeinlegen. Desweiteren plane ich, endlich meine herbstliche Capsule-Wardrobe zu verwirklichen und ein Besuch beim Buchhändler meines Vertrauens steht auch an: ich will literarisch schließlich für kühle Herbstabende gerüstet sein. Von all dem und mehr werde ich in Kürze berichten. Jetzt lehne ich mich in meinem Ohrensessel nochmal zurück, schließe die Augen und lasse die schönen Eindrücke von unserem Pillerseeausflug nachhallen.

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