Lately…und ein Rezept für eine großartige Apfeltorte

Nach einer viel zu langen Abwesenheit bin ich heute mit einem Blogpost zurück. Was war passiert? Puhh, keine Ahnung…Das Leben halt. Der Alltag. Böse Viren, die mir das Leben schwer gemacht haben. Wetterfühligkeit bei Schneefall, oh ja: seit ich die 30er-Schwelle überschritten habe, mutiere ich bei einem drastischen Wetterwechsel zu einer ganz alten Dame und fühle mich elendig. Was war noch: ein zahnendes Baby, eine chaotische Wohnung, die sich fast nicht in den Griff bekommen ließ. Aber heute fühle ich mich endlich wieder gut und voller Elan. Ha! Meine sehr lange To-do-Liste für kommende Woche ist auch geschrieben und ich habe so viel vor!

Dieses Wochenende war dominiert vom Vorweihnachtsputz. Ich ging meiner neuen Leidenschaft des Reduzierens nach und habe die Wohnung befreit von allem, das irgendwie zuviel ist. Zum Leid meines Mannes wurde die Wohnung auch superschön weihnachtlich dekoriert, alle finden es toll, nur er kann sich mit dem Konzept „Dekoration“ nicht anfreunden. Ich bin dennoch sehr glücklich, über soviel Stimmung in den eigenen vier Wänden.

So glücklich, dass ich unbedingt eine tolle Apfeltorte backen musste. Das Rezept muss auch hier an euch weiter gegeben werden, weil es einfach zu exquisit ist: Ein total deliziöser Teig, eine cremig feine Mascarponecreme mit Äpfeln und der krönende Abschluss: geröstete Kürbis- und Sonneblumenkerne als Topping. Diese Torte versöhnt dich mit der ganzen Welt, lässt dich fröhlich glucksen und einfach nur zufrieden sein. Ich wünsche euch viel Spaß beim Backen und genießen.

 

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Toll, oder?

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Und noch eins!

Biskuit:

300 g Äpfel
etwas Zitronensaft5 Eier
Salz
150g Zucker
125g Mehl
2 TL Weinsteinbackpulver

Topping:

50g Butter
75g Zucker
1EL Honig
1 EL Sahne
100g Kürbiskerne und Mandelstifte

Marcarpocreme:

1 große Dose Mascarpone
250g Topfen (Quark)
Agavendicksaft zum Süßen je nach Geschmack
2 Äpfel in würfel geschnitten
1 Vanilleschote
2 EL Zitronensaft

Zubereitung:

Äpfel schälen, in feine Scheiben schneiden und mit Zitronensaft vermischen. Eier trennen. Eiweiße mit 3 EL lauwarmen Wasser und Salz fast steif schlagen. Zucker zugeben und richtig fest schlagen. Eigelbe unterrühren. Gesiebtes Mehl und Backpulver unterheben. Dann die Apfelscheiben unterheben. In eine gefettete Springform (Durchmesser 26cm) gießen und bei 180°C auf der untersten Schiene 40 Minuten backen.

Butter, Zucker, Honig und Sahne in einem Topf erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Kerne dazugeben und nochmal kurz aufkochen. Etwas abkühlen lassen. Auf den Biskuitboden verteilen und noch 10 Minuten backen.

Auskühlen lassen. In der Mitte waagrecht teilen. Den oberen Teig mit den Kernen in 12 Stücke schneiden. Für die Creme alle Zutaten miteinander vermischen. Auf den unteren Biskuitboden streichen und die 12 Stücke drauf setzen.

Hier noch drei Fotos von meinen Dekoaktivitäten:

deee

Sooo begeistert von meinem „neuen“ Küchenfenster: ein dicker Ast aus dem Wald und allerlei Schönes drangehängt. Diesen kann ich nun der Jahreszeit passend immer schön schmücken! Hier bringe ich im Pyjama noch letzte Details an, hehe.

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Das perfekte „Centerpiece“ für die Kaffeetafel. Ich höre mich schon an wie Martha Stewart, ich weiß…

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Eine alte Konservendose wurde hier einfach mit Filz und goldenem Draht umwickelt sowie ein schöner Stern drangehängt.

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Die gute alte Guglhupfform wurde mit viel Moos aus dem Wald befüllt und mit Zapfen, Bratäpfeln und Sternen verschönert.

Meine Tage als Zombie (inklusive Rezept!)

Würde ich beim nächsten Casting von George A. Romero vorstellig werden und meine Performance abliefern, er würde mich vom Fleck weg für die Hauptrolle engagieren. Oh jaaaaa. In den letzten Tagen wandelte ich wirklich wie ein Zombie durch den Tag und vor allem durch die Nacht, ich spürte, nein ich WAR ein Zombie! Es war so unglaublich. Ich versuche natürlich jeden Morgen, meine Transformation zu verstecken, indem ich mich schminkte und besonderen Wert auf Concealer (weg mit den dunkel triefenden Augenringen) und Rouge (her mit den gsunden, frischen Tiroler Landluftwangen!) legte. Mein Espressokocher lief ständig auf Hochtouren, um mich in vertikaler Lage stabilisiert zu halten. Ich konnte so manchen Gesprächen beim besten Willen nicht mehr folgen, nahm nur noch Wortfetzen wahr, vermied es tunlichst, Kontakt mit Sitz- oder Liegeflächen zu haben, da ich sonst dem Sekundenschlaf zum Opfer gefallen wäre. Ich nutzte sogar zweimal die pädagogisch sehr fragwürdige Maßnahme (ja, liebe Mütter vom Babyschwimmkurs, geißelt mich!) und setzte meine kleine Tochter mit Dinkelkeksen (immerhin!) vor den Fernseher, damit ich wenigstens 15 Minuten durchatmen konnte.

Was war passiert? Das fragen sich jetzt sicher viele. Es ist so: immer, wenn man vor Leuten prahlt, wie toll sich alles eingespielt hat bei der Kleinen und wie reibungslos alles funktioniert, wird sofort ein Schalter umgelegt und der Sturm bricht über einen herein. In unserem Fall waren das die Zähne. Die haben meiner Tochter ein paar wirklich qualvolle Tage beschert. Sie wollte ständig von mir getragen werden, weil sie sich so unwohl fühlte, nörgelte klarerweise viel und war sehr „emotional“, wenn etwas nicht nach ihrem Willen lief.

Ich war dem Gehörsturz nahe, da sie dann wie am Spieß schrie, sogar in der Teppichabteilung vom Möbelhaus. Das war ihr ziemlich egal, aber es war schon eine miese Tour von mir, dass ich sie weg von den Fertiggardinen weiter in die Teppichabteilung schleppen wollte. Das üblicherweise problemlose Einschlafen am Abend wurde zu einem riesen Theater und auch die Nächte waren extrem unruhig und weinerlich. Ich stand irgendwann mit meiner Beanie (chronischer bad-hair-day), meinem Oversize-Pulli, der eigentlich dringendst in die Waschmaschine musste und meinen löchrigen Jeans vor einem Supermarktregal und legte 4 Dosen Gulaschsuppe sowie 2 Dosen Ravioli in den Einkaufswagen. Und ich greife nur im Äußersten Notfall zu Fertigprodukten, es war also schon schlecht um mich bestellt, aber ich dachte mir grießgrämig „Scheiß drauf ich will einen vollen Magen“.

Nun gut. Meine Freundin meinte letztens, Mama zu sein wäre ein psychische und physische Grenzerfahrung. Total. Been there. Ich habe echt alles gegeben, meiner Tochter diesen Wachstums- und Zahnschub so angenehm wie möglich zu machen und war bedingungslos für sie da. Heute wachte sie dann am Morgen auf und was soll ich sagen, der Sturm hatte sich gelegt, alles war wieder eitle Wonne. Wir haben einen wunderbaren Tag am Markt, am Spielplatz, beim Legobauen und Fangenspielen verbracht. Es war ein ganz arg kitschiger Familienglück-Tag. Schön langsam kehrt auch wieder Farbe und Leben zurück in mein Gesicht und ich sitze jetzt triumphierend auf der Couch und freue mich.

Da jetzt einige Zeit  kulinarische Einöde bei mir herrschte, wollte ich heute Abend ein farbenfrohes und köstliches Essen zaubern und es ist etwas seltsames, also etwas seltsam Gutes dabei rausgekommen. Und zwar gebackene Süßkartoffel belegt mit einem Rotkraut-Granatapfel-Fetasalat. Eine wahre Farbexplosion am Teller und auch auf der Zunge. Ganz ganz wunderbar. Diese wohlig weichen Süßkartoffel sind ein Seelenschmeichler und der knackig fruchtige Salat mit einer leichten Fetanote raubt einem den Verstand. Außerdem ist die Zubereitung superunkompliziert – Fazit: ein herrlich belebendes Abendessen. Ich gieße mir jetzt noch ein (oder vier) Gläser Roséwein ein und lasse das Essen und den feinen Tag in mir nachhallen.

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Knusprig gebacken Süßkartoffeln mit Rotkraut-Granatapfel-Fetasalat (für 2 Personen)

  • 3 mittelgroße Süßkartoffel in 3 cm dicke Ringe geschnitten
  • 2 Handvoll Rotkraut fein geschnitten
  • Kerne von einem halben Granatapfel
  • 1 Handvoll Fetakäse in Würfel geschnitten

Backrohr auf 200°C vorheizen. Rotkraut fein schneiden. Granatapfelkerne auslösen und Feta würfelig schneiden. Alles mit Salz und Pfeffer würzen und mit Essig und Olivenöl anmachen.

Süßkartoffel schälen und in dicke Ringe schneiden. In eine mit Olivenöl gestrichene Auflaufform setzen und im Rohr backen bis sie weich sind. Dauert ca. eine halbe Stunde. Aus dem Backrohr nehmen, auf ein Teller platzieren und die Rotkrautmischung drübergeben.

Der perfekte Ort: Die Buchensteinwand und das Jakobskreuz

Also es ist schon unglaublich. So ein Schönwettermarathon diesen Herbst. So viel Wärme. So viele satte Farben. So viel goldenes Licht. Ich weiß, dass der Winter bald hereinbrechen wird, deshalb bin ich eigentlich ständig draußen und nehme diese pittoreske Herbstszenerie – ja! – gierig in mich auf. In schön dicken Strickpullis streife ich durch die Landschaft, mache Fotos, sammle Kastanien und Blätter und trinke Chai-Lattes in der Sonne. Und am Abend? Sobald mein Töchterlein im Bett ist, quartiere ich mich breit auf meinem Ohrensessel ein, baue mir an meinem Beistelltischchen ein großes Glas Wein, Datteln und Maroni auf und dann wird einfach nur gelesen. Hach. The simple things in life…

Ich wollte euch hier ein paar Fotos zeigen von einer wunderschönen Herbstwanderung, die wir kürzlich unternommen haben. Und zwar sind wir auf die Buchensteinwand gewandert. Diese liegt mitten im Pillerseetal, genauer gesagt in St. Jakob (wo auch der Jakobsweg durchführt) und ist 1456 m hoch. Man kann von allen Seiten raufgehen und ich kann euch keine Route besonders empfehlen, einfach weil ich alle sehr schön finde.

Der Ausblick ist absolut grandios: der Blick erreicht den Wildseeloder, die Loferer- und Leoganger Steinberge, die Steinplatte sowie die Hohen Tauern. Und natürlich den Wilden Kaiser. Das Auge bekommt gar nicht genug von soviel Perspektive und der Anblick dieser Berge beeindruckt mich immer wieder aufs Neue.

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Seit Juli 2014 findet sich dort oben auf der Buchensteinwand auch das Jakobskreuz, das etwa 30 m hoch ist und fünf Aussichtsplattformen und Austellungs-/Seminarräume bietet. Außerdem – Heiratswillige aufgepasst! – kann man sich dort oben auch trauen lassen! Im Prospekt wird dieses Kreuz als Kraftplatz beschrieben, was ich definitiv bestätigen kann. Du sitzt dort oben auf einer der Aussichtsplattformen auf einem Bankerl, dein Blick schweift in die Ferne und dann gehst du in dich, lässt die Gedanken und all den angesammelten Ballast fallen, das tut so wahnsinnig gut. Mich zieht es immer wieder da hoch, weil man sich einfach leichter fühlt, so hoch oben, so weit weg von den banalen Alltagsfrustrationen. Mehr braucht es für mich oft gar nicht, um wieder aufgeladen und innerlich ausgeruht und fokussiert zu sein. Es ist einfach ganz einfach.

Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will. Es ist der Weg in die Freiheit. (Elisabeth von Arnim)

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Whoa, oder?

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Links das Kitzbüheler Horn, rechts der Wilder Kaiser.

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Das war hiermit mein letzter Wandertipp für dieses Jahr und ich werde fast ein wenig sentimental. Ich wünsche euch jedenfalls noch ganz sonnige und stimmige Herbsttage, meine Lieben! Genießt das schöne Wetter und tut euch was Gutes.

http://www.bergbahn-pillersee.com/vier-saeulen
http://www.bergbahn-pillersee.com/der-perfekte-ort

Herbstfood = Soulfood Teil 3: Chana Masala mit Kürbis und Knoblauch-Naan

Also gestern hat es mir so richtig gereicht. Es war nämlich so: Seit zwei Jahren steht bei mir am Balkon eine Magnolienstaude, die ich – es tut mir so leid – schändlicherweise sehr stiefmütterlich behandelt habe, deshalb wollte sie auch nie so richtig blühen. Und jetzt wollte ich alles wieder gut machen und habe sie in die freie Wildbahn, siehe auch das Staudenbeet meiner Mama gepflanzt. Ich hatte Großes mit ihr vor und sah sie schon im Frühling ihre Blüten der Sonne entgegenstrecken. Und dann gehe ich gestern an besagtem Beet vorbei, wo ich sie vor einiger Zeit fürsorglich eingepflanzt hatte und: weg war sie! Ich war total außer mir, der Freund meiner Mama muss sie versehentlich beim Sträucherschneiden entfernt haben. Ich war sehr traurig, weil ich so sehr ein Happy End für sie, nein für uns wollte! Heute werde ich auf jeden Fall nach ihr suchen und vielleicht finde ich sie in dem riesigen Haufen von Laub und Ästen.

Ist es verstörend, wenn man emotional plötzlich so an einem Strauch hängt? Hmmm. Ich ging dann jedenfalls heim und wollte, nein brauchte etwas Tröstendes oder comfort-food, so nennt man das doch oft heutzutage, gell? Vor allem brauchte ich Teig! Zum Kneten! Meine ganze Enttäuschung wollte ich da reinkneten. Das Ergebnis wird da dann immer besonders gut. Somit war es ein ganz klarer Fall von einem Knoblauch-Naan und als Beilage Chana Masala, das mit meinen Kürbisresten noch angereichert wurde. Sehr köstlich!

Das Naan war der absolute Traum von einem Brot. Es machte alles wieder gut und ich meine wirklich alles. Der samtene Teig schmiegte sich wohlig an meine Hände beim Kneten und ging so wunderschön auf. Nach zehn Minuten bei voller Hitze nahm ich die Naan (Naan? Naans?) aus dem Ofen und bestrich sie mit Knoblauchbutter und biss in diesen locker fluffigen Teig. Ich habe seit langem nicht mehr so geseufzt beim Essen. Ihr MÜSST das unbedingt nachkochen! Die Zubereitung ist so einfach: Teig kneten und zwei Stunden aufgehen lassen. In diesen zwei Stunden kann man inzwischen verlorene Stauden suchen gehen, online shoppen oder 85 Seiten „Why not me“ von Mindy Kaling lesen. Und dann, wenn der Teig doppelt so groß ist, wird er geteilt, auf dem Bleck flachgedrückt und in den Ofen geschoben, das ist wirklich alles. Ich bin so euphorisch über dieses großartige Rezept. Aber ich glaube, das kam mittlerweile schon erfolgreich rüber.

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Das Chana Masala-Rezept hab‘ ich übrigens hier gefunden: http://cookieandkate.com/2014/quick-vegan-chana-masala/

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Knoblauch-Naan (ergibt 4 Stück)

1.5 cups warmes Wasser
1 TL Trockenhefe
3-3.5 cups Mehl
1.5 TL Salz
1/2 TL Zucker
Knoblauchbutter

Die Trockenhefe mit Wasser und Zucker vermischen und vorsichtig umrühren. Für ca. 5 Minuten stehen lassen. In einer Schüssel die Hefemischung mit Mehl und Salz zu einem Teig vermengen und etwa 15 Minuten leidenschaftlich kneten. Den Teig in eine mit Öl ausgepinselte Schüssel geben, Klarsichtfolie drüber spannen und an einem warmen Ort zwei Stunden gehen lassen. Den Teig herausnehmen, in 4 Teile teilen, flach drücken und mit den Fingern ein paar Dellen hineinmachen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei 250°C 10 Minuten backen.

Aus dem Ofen nehmen und mit Knoblauchbutter bestreichen.

Ein tolles Rezept für Chana Masala gibt es auf:
http://cookieandkate.com/2014/quick-vegan-chana-masala/
Ich habe noch meine Kürbisreste mit reingegeben, was sehr großartig schmeckte.