The becoming of a freak

Würde mein 18-jähriges Ich diese folgenden Zeilen lesen, würde es ungläubig denken:“Was für ein Freak ist aus mir geworden!“

Ich befinde mich in meinen Mittdreißigern und versuche, einen Job, ein Kind, Hobbies, Sport und einen Haushalt zu jonglieren. Wie machen die anderen das bloß? Das fragte ich mich bis jetzt immer.

Mein Alltag ist unglaublich vielseitig, chaotisch, unvorhersehbar, teils fremdbestimmt und extrem dicht gepackt. Ich weiß seit 18 Monaten, wie belastbar ich eigentlich bin, wie ich unter akutem Schlafentzug arbeite, wie ich eine unordentliche Wohnung in 20 Minuten herzeigbar mache für sich spontan anküngekündigten Besuch und gleichzeitig dabei Telefonate führe, meiner Tochter ein Legobauernhaus baue und ein paar Waffeln auf den Tisch zaubere.

Es ist absolut faszinierend, wie viel man eigentlich zu leisten imstande ist. Die Gleichzeitigkeit und Anarchie (dank meiner Tochter) in meinem Leben ist überwältigend. Und ich kam neulich zu dem Schluss, dass es ohne Planung einfach nicht geht. Nicht gut genug geht. Ich muss auch eine von diesen Erwachsenen werden, die total geplant und souverän durchs Leben steuern. Wenn ich mir nicht eine Woche vorher einen genauen Plan erstelle, was wann, wie und wo in den nächsten Tagen über die Bühne geht, bin ich so ziemlich verloren und wünsche mir ständig ein Glas Pinot Grigio herbei. Und sind wir uns ehrlich: Nicht wirklich eine Lösung, auf lange Sicht gesehen.

Somit bin ich jetzt ein ganz penetranter Planungsfreak – in den Augen vieler mag das so wirken und das ist mir bewusst. Aber es tut so gut, einen Plan auf dem Kühlschrank zu haben, der einem beim Navigieren hilft. Und den Alltag um so vieles erleichtert bzw. Zeit spart. Ich schreibe also am Wochenende immer einen kulinarischen Wochenplan, sprich: was kochen wir am Morgen, Mittags und Abends. Dann kaufe ich das Ganze ein. Man spart sich da soviel Zeit und Geld. Vorbei sind die Impulskäufe und das Kopfzerbrechen darüber, was auf den Tisch kommt.

Wenn dieser Plan dann steht, werden zusätzlich noch ganz wichtige Einheiten eingetragen: wann mache ich meine Yoga- oder Trainingseinheit, wann verbringe ich meinen Leseabend, bei dem ich nicht gestört werden will! Ich tief in meinem Ohrensessel mit Tee und Keksen ganz besessen in ein Buch vertieft sein kann! Wann gehe ich mit einer Freundin auf ein großes Glas Bier? Das sind enorm wichtige Termine, weil ich die ohne Planung immer verschiebe und nicht wichtig genug nehme. Und es sind gerade diese „Einheiten“, die mir so viel Energie geben.

Klingt das alles total verstörend? Wahrscheinlich. Ich liebe mein neues Leben mit Plan, weil es sich echt bewährt. Zumindest in meinem Fall. Während ich in meinen Zwanzigern die absolute Freiheit, Unabhängigkeit und Spontanität genossen habe, besinne ich mich jetzt auf Struktur, Rituale und Planung. Wow.

Hier nun mein Wochenplan, vielleicht sind da auch kulinarische Anregungen für euch dabei! Ich kann es jedenfalls nur empfehlen, sich am Wochenende mit seinen Kochbüchern hinzusetzen und ganz bewusst zu überlegen, was man sich Gutes auf den Tisch zaubern will. Man muss ja nicht so overboard gehen wie ich. Und wenn man dann auch ganz BEWUSST seine „Zeit nur für mich“ einträgt, ist das auch wunderbar, weil diese Momente im Alltag oft einfach untergehen.

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Und mit diesen Materialien arbeite ich gerade: die Notizbücher von „etamamu“ sind sehr stilvoll und machen Planen zum absoluten Vergnügen. Der „Busy-Bee-Kalender“ ist auch sehr praktisch, vor allem weil der auf jeder Doppelseite zwei Blätter derselben Woche hat, das heißt du hast zwei Kalender für zwei Leben, also wie bei mir etwa Jobwelt und Familienwelt.

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Durch soviel Durchgeplantheit bin ich jetzt wieder eine bessere Mama und habe so viel mehr Zeit und Energie, mit meiner Tochter durch den Schnee zu stapfen, sie Schneehänge raufzuziehen und mit ihr runterzubrettern.

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Und durch die tolle Wochenplanung nippe ich um halb sechs bereits an meinem Apfel-Karamell-Smoothie und schmiede motiviert Welteroberungspläne. The End.

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Frühstücksrezept Teil 2: Cremiger Zimt-Polentabrei mit heißem Holler

Ich finde, es ist wieder mal Zeit für ein Frühstücksrezept! Letzte Woche habe ich nämlich einen ganz alten Klassiker ausgegraben. Schuld daran war das Wetter. Oder: Inspiration dafür war das Wetter. Während vor dem Fenster unablässig Schneeflocken munter herunterpurzelten, der Schneeräumer unermüdlich Berge von Schnee durch die Gegend schob und Menschen fröhlich ob der weißen Pracht durch die winterlichen Straßen spazierten, saß ich an jenem Morgen halbwach auf meinem Sessel, trank meine erste Dosis Koffein und überlegte mir, was ich mir denn zubereiten würde. Warm sollte es sein, breiig auch und fruchtig. Und anders. Auf Porridge mit Apfelmus hatte ich gerade nicht so recht Lust. Nach dem etwa fünften Schluck Kaffee kam mir dann die großartige Idee:

Cremiger Zimt-Polentabrei mit heißen Hollerbeeren!

Hollerkoch

Ich will, dass bei euch spätestens jetzt das Gehirn zu rattern beginnt, ihr in Gedanken durchgeht, ob Polenta und Hollerbeeren (auch Heidelbeeren sind als Alternative toll!) vorrätig sind, sodass morgen gleich darauf losgekocht werden kann.

Was gibt es denn therapeutischeres, als am frühen Morgen mit Kaffee in der einen Hand und Kochlöffel in der anderen Hand durch das herrliche Gelb eines emsig blubbernden Polentabreis zu rühren. Die Zimtnote steigt einem dabei unaufdringlich in die Nase hoch, man nippt wieder an seinem Kaffee und gießt die feine Masse dann in sein Frühstücksschüsselchen. Die tiefen, undurchdringlichen und eleganten, tief dunklen Farbtöne des Hollerkochs schimmern wunderschön, ehe man sie brodelnd über den Polenta gießt.

Platz nehmen, die warme Schüssel mit beiden Händen umschließen, das Näschen über den aufsteigenden Dampf halten und Augen schließen. Dann zum Löffel greifen.

175 ml Milch
125 ml Sahne
60g Polenta
50g brauner Zucker oder Agavendicksaft
1/2 TL Zimt
Hollerkoch oder Heidelbeeren

Milch, Sahne, Zucker und Zimt aufkochen, Polenta einrieseln lassen und zu einem cremigen Brei einkochen. Nebenher Heidelbeeren mit etwas Wasser aufkochen lassen, bei Bedarf süßen und über den Polentabrei gießen. Das Hollerkoch gibt es meistens bereits fertig im Supermarkt oder man war im Sommer fleißig und hat selbst eins eingekocht und einsatzbereit.

Sorry für die schlechte Bildqualität, es war früh morgens und ich noch nicht so wirklich wach. Auf der anderen Seite ist das Bild aber auch sehr authentisch, denn so sehen meine Morgen aus: etwas unterbelichtet und unscharf 🙂

Teil 2: „Suppen, die dich durch den Winter bringen“: Süßkartoffelsuppe mit Kokosmilch und Garnelen

Die Hauptzutat dieses feinen Süppchens ist ein Gemüse, das ich verehre, ja über alles liebe. Als ich noch viel Zeit meines Lebens in Portugal verbracht habe, verzehrte ich die Süßkartoffel immer im Ofen gedünstet und dann mit Butter, Zucker und Zimt bestreut. Ich löffelte ganz beseelt diese tröstende Ofenkartoffel aus und war wieder immens zufrieden.

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Und letztens dachte ich mir, dass ich wieder gerne Süßkartoffeln löffeln möchte, allerdings in Form einer Suppe. Und so kam diese wunderbar sämige Süßkartoffelsuppe mit Kokosmilch und Knoblauchgarnelen zustande. Um das Ganze NOCH cremiger zu machen, habe ich ein paar Löffel Sauerrahm mit Koriander zusammengemischt. Es war so unglaublich gut, dass ich meine einsetzende Erkältung fast nicht mehr spürte! Und das heißt schon was.

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Heute ist alles anders. Während ich diese Zeilen tippe und noch sehnsüchtig in kulinarischen Suppenerinnerungen von gestern schwelge, ist meine Erkältung immer noch da, sogar noch intensiver und ich bin überzeugt, ein richtiges Häufchen Elend zu sein. Deshalb mache ich mir jetzt einen großen Krug heißes Ingwer-Zitronen-Honigwasser und lege mich auf die Couch, platziere Nasenspray, Halsspray und einen Apfel wohlbedacht auf meinem Beistelltischchen und ruhe mich aus. Und träume von der nächsten Suppe, die ich euch bald vorstellen werde. Die kommt nämlich bestimmt sehr bald.

Word of advise: Bleibt gesund, spült euch die Nase und wascht euch die Hände!

Yours truly,
das Taschentuch-Schnupfmonster

Süßkartoffelsuppe mit Kokosmilch und Knoblauchgarnelen

1 große Süßkartoffel oder 3 kleinere
1 kleine Zwiebel5 EL Mehl
1 l Gemüsebrühe
1/8l Kokosmilch
1 Schuss Sahne
Topping: 3 EL Sauerrahm und 1 EL Koriander

Gehackten Zwiebel andünsten, gewürfelte Süßkartoffelstücke dazugeben und mitandünsten. Mit Mehl stäuben und mit Gemüsebrühe aufgießen. Kokosmilch und Sahne dazugeben. Ca. 20 Minuten kochen lassen. Wenn die Süßkartoffeln weich sind, pürieren und mit Salz und Pfeffer würzen.
Garnelen mit Knoblauch und etwas Zitronensaft in einer Pfanne rasch braten.

Suppe in einen Teller gießen, Sauerrahmtopping oben rauf setzen und die Garnelen rund herum in die Suppe sinken lassen.

Dazu passt ein herrliches Stück Knoblauchbaguette, Ciabatta oder ein frisches Stück Kornspitz.

 

2016 here I come!

Und plötzlich schrieb man 2016. Unerwartet schnell war es für mich da und ich dachte mir, hey, was für eine grandiose Gelegenheit, die Haare, mein Leben beim Schopf zu packen und loszulegen, Pläne zu schmieden und die feste Intention zu hegen, diese auch wirklich umzusetzen. Ich wünsche euch allen jedenfalls ein großartiges und gesundes neues Jahr!

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Mein Post kommt etwas verspätet am Dreikönigstag daher, aber das neue Jahr begann für mich mit einer schönen Erkältung, die mich total flachgelegt hat. Schön langsam kehren meine Lebensgeister aber wieder zurück und wollen dieses neue, junge Jahr erobern!

2015 war für mich ein Jahr, in dem ich mich einfach „durchgewurschtelt“ hab‘. Es fühlte sich so an, als wäre mein Dach undicht, überall tropfte es herein und ich wuselte herum und stellte Eimer auf. Ich war kurz gefasst auf Schadensbegrenzungsmodus. Aber wie sollte es anders sein wenn man selbstständig ist, ein kleines Baby hat und die Oma immer zu beschäftigt ist, um mal auszuhelfen.  Mittlerweile hat sich aber alles so schön normalisiert, die großartige Veränderung in meinem Leben ist die Krippe, in die meine Tochter nun an zwei Halbtagen in der Woche geht. Sie liebt es, mit anderen Kindern zusammen zu sein und die vielen coolen Spielsachen zu entdecken. Ich bewundere ihren Lebenshunger, ihre Neugier, ihre Unerschrockenheit und ihr offenes Wesen. Und mir geht es seither viel besser, weil ich wieder das Gefühl habe, mein Leben im Griff zu haben und nicht mehr so hasten und wurschteln zu müssen. Und ich habe endlich auch wieder Zeit nur für mich und es tut SO gut.

Für das neue Jahr habe ich also viel vor. Ich wünsche mir, dass ich in den nächsten Monaten einfach mal „ernten“ kann, also Lorbeeren ernten, dass die vielen intensiven Bemühungen von 2015 endlich Früchte tragen. Und ich will wachsen, einen Sprung machen, in eine neue Phase treten. Beruflich, privat und persönlich. Ich weiß, ich hab‘ viel vor, hehe.

2015 war aber grundsätzlich sehr gut zu mir. Ich habe gesehen, wie aus meinem kleinen Baby ein selbstständiges Kleinkind wurde, habe all diese Herausforderungen ziemlich gut gemeistert (meistens!), habe viele gute Sachen gekocht und tolle Bücher gelesen. Wir haben im Frühling unseren ersten Urlaub zu dritt in der Wachau genossen und verbrachten die heißen Sommertage auf den Bergen, im Wald oder in der Sandkiste unter dem Apfelbaum. Ich habe eine tolle neue Freundin dazugewonnen, fühle mich mit meinem Mann verbundener denn je und das allerwichtigste: wir haben uns gesund, munter und glücklich vom alten Jahr verabschiedet.

Um all meine Vorhaben in zwei Worte zusammen zu fassen, würde ich sagen, es wäre Kraft und Mobilität.

Ich will meine Vorhaben hier auch ganz öffentlich deklarieren und bin schon sehr gespannt, wie ich alles umsetzen werde. Ihr könnt auf meinem Blog hier auch ganz genau verfolgen, wie sich das alles gestalten wird.

Also, here we go:

Vorsatz Nummer 1:

Mehr Sport. Ganz unbedingt. Im alten Jahr fand ich immer eine beeindruckende Menge an Ausreden, zu müde, keine Zeit usw. Dabei kann man IMMER eine halbe Stunde Bewegung in das Tagesprogramm quetschen. Merk dir das, Christine! Sport gab mir immer so viel Energie, Wohlbefinden und Zufriedenheit. Und durch die körperliche Stärke, die man sich antrainiert, erhält man auch unglaublich viel mentale Stärke. Deshalb: ich will ganzheitlich stark werden.

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Vorsatz Nummer 2:

Den Lechweg erwandern. Ich weiß noch nicht genau, wie sich das organisatorisch machen lässt, aber ich will unbedingt eine Woche den Lechweg erkunden! Seit ich eine Doku darüber gesehen habe, kriege ich diesen atemberaubenden Weitwanderweg nicht mehr aus dem Kopf.

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Vorsatz Nummer 3:

Eine Woche absolute Entspannung in einem Familienhotel. Das haben wir uns verdammt noch mal verdient. Eigentlich bin ich nicht so der Hoteltyp, aber ich glaube, der Kreuzwirt in Kärnten am wunderschönen Weissensee ist genau das richtige für uns. Eine Woche Komfort, Erholung und viel Kinderprogramm wären sehr cool. Und da Reisen mit einem Kleinkind immer noch eine logistische Herausforderung ist, würden uns die Annehmlichkeiten dieses Hotels sehr entgegenkommen.

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Vorsatz Nummer 4:

Endlich an einem schön gedeckten Tisch zu essen. Ich will das gemeinsame Essen mit all diesen Kleinigkeiten einfach mehr zelebrieren. Also mit einer schönen Tischdecke, Stoffservietten, tollen Gläsern und Tellern, Serviettenringe, you name it. Momentan bin ich noch auf der Suche nach schönen Accessoires, sodass wir hoffentlich bald täglich einen herrlich gedeckten Tisch genießen können, nicht nur am Sonntag. Vielleicht habt ihr ja Tipps für mich, wo ich mich da umschauen könnte?

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Vorsatz Nummer 5:

Mindestens dreimal auf einer Berghütte schlafen. (Wildseeloderhütte, Angereralm, Spielberghaus).

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Vorsatz Nummer 6:

Mit Kind nach Wien zu reisen, um dort meine Freundinnen zu besuchen!

Vorsatz Nummer 7:

Ein Sommerfest im Garten veranstalten und alle lieben Menschen einladen. Das Leben feiern. Es sich gut gehen lassen mit denjenigen, die man im Herzen trägt und immer viel zu wenig sieht.

Vorsatz Nummer 8:

Viel Schlaf nachholen. Und regelmäßig meditieren. Der Schlaf fehlte mir sehr in den letzten 18 Monaten. Nicht immer glauben, man würde was verpassen. Nicht immer so wahnsinnig produktiv sein wollen. Einfach duschen, sich ein Gute-Nacht-Serum ins Gesicht massieren, eine Tasse Lavendeltee trinken, in den kuscheligsten Pyjama schlüpfen und dann einfach so um 19 Uhr ins Bett gehen, sich tief ins Kissen kuscheln. Noch eine 10-minütige Meditation von Deepak Chopra machen. Und dann einfach schlafen.

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Meine goldenen 8 Vorsätze! Ich denke, ich werde mich anstrengen müssen, diese auch wirklich zu realisieren, aber ich glaube, ich kann es schaffen! Es tut ziemlich gut, sie hier schwarz auf weiß zu haben, sie wirklich vor mir lesen und visualisieren zu können und es kommt gerade unglaubliche Vorfreude auf. Ich bin fast ein wenig aufgekratzt.

Der unmittelbare Plan für diese Woche ist übrigens: ein köstliches Frühstücksrezept und ein feines Suppenrezept zu posten. YAY!

Jetzt wünsche ich euch einen feinen Abend. Ich lege mich jetzt endlich auf die Couch mit meinem Tee und genieße die Ruhe. Und freu‘ mich über so viel Tatendrang.