Die Mamas und die Kritik

Als ich schwanger war, dachte ich, ich könnte mich auf alles vorbereiten. Ich habe mir Fachliteratur zu allen möglichen Babythemen besorgt, diese gelesen, mich bei Freundinnen umgehört, was es an Tipps so zu erfahren gibt. Ich dachte ich wäre vorbereitet und fühlte mich sehr souverän.

Vor einem ganz bestimmtes Thema hat mich allerdings niemand gewarnt: die Kritik an einer Mama. Mir war nicht bewusst, dass, sobald mein Baby da war, ich ins Schussfeld jeglicher Kritik kam, ich plötzlich (so fühlte es sich an) Allgemeingut war und Thema für alle Menschen um mich herum. Ich als Projektionsfläche aller Mütter und Nichtmütter herhalten musste. Und ich die unmöglichsten „Tipps“ und Kommentare an den Kopf geschmissen bekam. Total unreflektierte, unsensible, nicht hilfreiche Ratschläge.

An alle Besserwisser da draußen: Antwortet nie ungefragt mit eurer Meinung. Nie.

dscf0820

Ich hatte immer schon Probleme, mit Kritik umzugehen und ortete mich da ihrgendwo im Mittelfeld an, was die Kritiksensibilität betraf. Als Mama bin ich jedoch extrem empfindlich. Ich lasse mir das alles sehr zu Herzen gehen. Seltsam, kommt diese Kritik von Leuten, auf deren Meinung ich eh wenig Wert lege. Aber trotzdem. Es ist einfach eine Frechheit, Mamas grundsätzlich zu kritisieren. Wir reißen uns den Allerwertesten auf für unsere kleinen Kiddies, für unsere Familie, für uns selbst. Es ist so ein Gewaltakt an Selbstlosigkeit, das Mamasein. Wir stecken so extrem zurück. Wir tragen ein Baby aus, das in uns auf wundersamste Weise heranwächst, unsere Körper müssen dabei oft einiges aushalten. Dann die Geburt. Nur arg. Und dann: schlaflose Nächte, Milchstau, chaotischer Haushalt, ständig vom Essen aufspringen müssen, zehn Dinge gleichzeitig erledigen und dann: besonnen lächeln, wenn der nächste Tipp kommt.

Ausflug am Pillersee

Sobald ich mir mein kleines Töchterlein herumgewickelt habe und in die Welt hinausstolziert bin ging es los. Nein, eigentlich schon in der Schwangerschaft. „Isst du eh genug, du bist so schlank, ein paar Knödel würden dir nicht schaden, haha“, ach ja, was habe ich gelacht. Und dann: „Tut das dem Baby schon gut in dem Tragetuch? Du verwöhnst es viel zu sehr. Du springst aber auch echt ständig, sobald es schreit, das merken sie sich und dann haben sie dich in Kontrolle.“ Klar, ein einmonatiges Baby beherrscht die Kunst der Manipulation schon. Sehr intelligent.

„Was du stillst immer noch, gib ihr doch ein Flascherl, dann wird sie in der Nacht nicht so oft wach. Oh du arbeitest schon wieder? Das arme Kind. Eine Mama sollte schon daheim sein.“ Wenn dein Kind einen Wachstumsschub hat und nur dich will, hat es plötzlich eine extreme Mutterbindung (die sich seltsamerweise nach diesem Wachstumsschub wieder löst), wenn ich Urlaub habe bekomme ich zu hören „ah, hat jetzt die Familie mal Vorrang?“ und wenn meine Tochter mit knapp zwei Jahren lernt, aufs Klo zu gehen „ach das wäre toll, wenn das jetzt bald mal klappen würde. (wir sind ja schon so spät dran). Und der Klassiker: „Also jetzt gehört ihr eigentlich eine“. (klar, schlagen, was für ein Armutszeugnis. Mein Kind hatte grad eine Mittelohrentzündung und ist deswegen etwas gereizt und launisch, ich werde sie nicht noch bestrafen dafür.

cropped-131.jpg

Ich habe da immer noch keine dicke Haut bekommen, versuche es aber so sehr. Niemand weiß, was für eine tolle Mama ich bin, denn niemand sieht, wie unser Alltag läuft. Natürlich versage ich auch manchmal als Mama,  auch ich habe meine schlechten Tage oder Momente, in denen mir alles zuviel ist. Aber diese Leute, die treiben mich echt auf die Palme. Welche Methoden habt ihr da entwickelt? Einfach wissend lächeln und weitergehen? Oder schonmal resolut werden und zurechtweisen?

DSCF1599

 

Buchempfehlung: Das Happiness-Projekt von Gretchen Rubin

Ich wollte euch jetzt im Jänner das Buch „Das Happiness-Projekt“ von Gretchen Rubin genauer vorstellen. Weil ich einfach so begeistert davon bin und es mich das ganze Jahr begleiten wird.

Rubin studierte in Yale Jura und arbeitete danach als Rechtsanwältin und Autorin. außerdem schreibt sie regelmäßig Beiträge für Radiosendungen und Zeitungskolumnen. Außerdem hat sie einen Podcast.

img_6125

 

Es geht zunächst darum, sich zu überlegen, was einem Befriedigung und Erfüllung verschafft, wo seine Leidenschaft liegt. Und was Schuldgefühle, Langeweile oder Wut hervorruft. Im zweiten Teil geht es dann um die Umsetzung und um die ganz spezifischen Aktivitäten, die einen glücklich machen.

Wir unterschätzen keine Pflicht so sehr, wie die Pflicht, glücklich zu sein. (Robert Louis Stevenson)

Ich stecke manchmal etwas im Alltag fest und bin so eingespannt mit Arbeit, Haushalt, Kindererziehung und dem ganzen Organisatorischem, dass mir dann einfach nicht mehr genug Zeit bleibt, um ganz bewusst zu reflektieren oder um Dinge besser zu steuern, sodass ich wieder das Gefühl habe, einen echt erfüllten und zufriedenen Alltag zu erleben. Die Zeiten sind vorbei, als man einfach in den nächsten Flieger stieg und sich eine Auszeit nahm. Denn jetzt gibt es viele Verpflichtungen. Und genau hier, also im Alltag wird man von Gretchen Rubin abgeholt, wie man seinen Alltag auf allen Ebenen verbessern und sich viele Glücksgefühle dadurch verschaffen kann.

Bevor es an die eigentlich Arbeit geht, hat sich Rubin ihre persönlichen „zwölf Gebote“ niedergeschrieben sowie ihre Geheimnisse des Erwachsenseins. Die Gebote würden ihr helfen, ihren Vorsätzen treu zu bleiben. Ich habe für mich auch schon meine persönlichen zwölf Gebote festgesetzt, hier sind sie:

  1. Werde gelassener
  2. Blende die Kritik anderer Menschen einfach aus
  3. Meide Personen, die dir nicht gut tun
  4. Gehe unangenehme Aufgaben sofort an
  5. Sprich aus, was du denkst und was du willst
  6. Sag öfter nein
  7. Rechtfertige dich nicht ständig
  8. Sei dankbarer
  9. Sei nicht so streng mit dir
  10. Genieße alles, was du dir erarbeiten musst
  11. Delegiere mehr, du bist, auch wenn du es nicht glaubst, ersetzbar
  12. Setze ganz klar Prioritäten

Und meine Geheimnisse des Erwachsenwerdens:

  • Die Leute respektieren dich viel mehr, wenn du klar aussprichst was du denkst und auch mal auf den Tisch haust
  • Vergeben ist loslassen und macht dich freier
  • Du musst nicht von allen gemocht werden
  • Es wird meistens nur noch blöder, wenn du alles hundertmal überdenkst
  • Komme über bestimmte Ereignisse schneller hinweg, es bringt nichts, ständig darüber nachzudenken, was wäre wenn…Es ist so eine echte Zeitverschwendung
  • Die Qualität einer Beziehung steigert sich ungemein, wenn man klar ausspricht, was man will und den anderen bewusst wertschätzt
  • Perfektionismus macht dein Leben nicht perfekter
  • Die täglichen, kleinen Momente, die du dir und deiner Familie schenkst, geben unglaubliches Glück
  • Kinder sind sehr dankbar für die Grenzen die du ihnen setzt, auch wenn es manchmal ein Kampf ist, gehe ihn ruhig und gelassen ein und setze durch, was dir wichtig ist
  • Wenn du unruhig oder verspannt bist, gehe in den Wald, er lässt dich alles vergessen
  • Minzöl hilft an schlechten Tagen, an denen du dich erschöpft fühlst
  • Manuka Honig und Ingwer sind sehr sehr oft die Lösung
  • „The miseducation of Lauryn Hill“ ist eines der besten Alben ever. Das und ein Filmabend mit „Singing in the rain“ gefolgt von „Duel“ und einer großen Schüssel Tiramisueis trösten über wirklich alles hinweg

 

Gegliedert ist das Buch in Monate und jeder Monat hat ein spezifisches Thema.

Hier sind die thematischen Monatsschwerpunkte des Buchs:

  • Jänner: Tanken Sie Engergie – Vitalität
  • Februar: Denken Sie an die Liebe – Ehe
  • März: Streben Sie nach Höherem – Arbeit
  • April: Werden Sie lockerer – Elternschaft
  • Mai: nehmen Sie das Spielen ernst – Freizeit
  • Juni: Nehmen Sie sich Zeit für Freunde – Freundschaft
  • Juli: Kaufen sie sich etwas Glück – Geld
  • August: Meditieren Sie über den Himmel: Ewigkeit
  • September: Frönen Sie einer Leidenschaft – Bücher
  • Oktober: Seien Sie wachsam – Achtsamkeit
  • November: Bewahren Sie sich ein zufriedenes Herz – Einstellung
  • Dezember: Ausbildungslager Perfektionismus – Glück

 

Im Jänner geht es „einfach mal ganz einfach um Ballast abwerfen“ und Energie freisetzen. Ein sehr schöner Anfang.

Rubins persönliche Vorsätze für diesen Monat sind 1) früher schlafen zu gehen, 2) mehr Sport zu treiben 3) sich von Ballast zu befreien und 4) energiegeladener zu sein.

Und genau das versuche ich auch gerade umzusetzen. Das mit dem früher Schlafen gehen mache ich bereits seit einigen Wochen, weil es mir unglaublich gut tut. Das fiel mir nämlich oft schwer, denn gerade wenn das Kind einschlief, hatte man ENDLICH Zeit für sich. Die ganze Welt stand einem offen: Feuchtigkeitsmasken machen, Netflix schauen, Lesen oder einfach nur ein Weinchen trinken und chillen. Man wollte die Abendzeit nicht missen. Ich habe sie jetzt aber aufgegeben, so ziemlich halt. Ich habe vieles aus meiner Arbeit ausgelagert oder delegiert, sodass ich am Nachmittag mehr Zeit habe, den Haushalt zu machen, mit meiner kleinen zu spielen und die Natur zu erkunden und Abendessen vorzubereiten. Am Abend essen wir dann alle gemeinsam um 6 Uhr, dann wird noch die Küche aufgeräumt und höchstens noch die Wäsche gemacht, Sandmann geschaut und dann gehts auch schon ab ins Bett. Für mich und Mara zumindest. Ich liege dann wirklich im Bett um 8 und creme mir meine Hände ein, massiere mir ein Lavendelöl in den Nacken und lese noch ein schönes Buch, ich schlafe dann aber eh sehr rasch ein.

Das wirklich geniale am früh schlafen gehen ist, dass man auch wieder früh ausgeschlafen ist. So stehe ich Freak gegen 5 Uhr auf, trinke mein morgendliches Zitronenwasser, mache 20 Minuten Yoga oder Pilates, decke den Frühstückstisch und versuche, so viel wie möglich zu organisieren, bis es in die Arbeit geht. Ich hätte niemals gedacht, dass ich diesen Rhythmus so lieben würde.

Auch ein bisschen mehr Sport habe ich mir vorgenommen. Das heißt für mich mindestens einen langen Spaziergang in der Woche und einmal in die Sauna zu gehen. Auf der Yogamatte bin ich ja eh so viermal die Woche.

Ballast abwerfen steht auch ganz groß auf meiner Liste: insbesondere meine Krims-Krams-Schubladen werden gnadenlos aufgeräumt, alle gelesenen Bücher verschenkt, auch die DVD’s, was wirklich weh tut, aber es tut so gut, so viel Freiraum in der Wohnung zu haben. Auch an meiner minimalistischen Capsule-Wardrobe arbeite ich gerade.

Am Ende des Monats werde ich euch meine Ergebnisse in Worten und Bildern präsentieren, und ihr könnt nun über das ganze Jahr mitverfolgen, wie ich Monat für Monat mehr Lebensqualität in meinen Alltag bringe. Ein großes und herausforderndes Projekt und ich freu‘ mich, daran zu wachsen.

 

 

 

My mat is calling and I must go: Meine Lieblingsvideos zum Entspannen

Da ich mich mal wieder mit einem verspannten Nacken herumschlagen musste und ich allgemein ein wenig unlocker war, habe ich in den letzten Tagen wieder viele meiner Lieblingsvideos gemacht. Und ich wollte euch in diesem Post einfach mal meine persönlichen Klassiker zeigen. So ein kurzes Zeitfenster hat ja normalerweise jeder mal am Tag, an dem er seinem Körper und seiner Psyche was Gutes tun kann. Und danach wieder, voll energetisiert, den Tag anpacken kann.

Dieses Video liebe ich wirklich – weil es mir so effektiv bei Nackenverspannungen hilft und weil es so angenehm ist. In Verspannungsnotfällen und auch präventiv hat mich dieses Video schon oft gerettet.

 

Und auch mein unterer Rücken leidet manchmal – auch hier ein Wundervideo, das guttut und einfach super hilft:

 

Ich liebe! „Yoga with Adrienne“. Und  weil ich hin und wieder dazu neige, nervös und gestresst zu sein, hilft mir dieses Video, mich zu beruhigen. Wenn gerade kein Wein in der Nähe ist 🙂

 

Ach Cassey. Liebe meines Lebens. Ihr Blogilates-Blog und ihre Videos haben wirklich mein Fitness- und Mentalleben verändert. Ich liebe alle ihre Videos,  dieses Stretchvideo (am Meer!) ist aber einfach nur großartig. Ich mache es sehr sehr gerne am Morgen, wenn das Haus noch schläft. Der Tag beginnt gleich viel besser.

 

Ich muss immer gut aufpassen, eine gute Haltung zu haben. Manchmal lasse ich meine Schultern zu viel einsinken und vergesse, so richtig aufzumachen. Das tut so gut und ist so befreiend. Deshalb mache ich dieses Video fast jede Woche, weil ich mich danach so verändert fühle. Außerdem ist das supergut für mein Herz und meine Atmung.

 

Probiert die Videos mal aus und gönnt euch eine kleine Auszeit vom Lärm und der Schnelllebigkeit des Alltags. Es sind wirklich diese kleinen, sich permanent wiederholenden Momente, die man sich gönnt, die zu einer größeren Veränderung im Körper und im Wohlbefinden beitragen. Also, die Matte ruft!

img_6088